Chobe Riverfront

Von Makgadikgadi fahren wir über Gweta weiter nach Kasane auf einer Straße, die als die schlechteste in Botswana gilt, aber in Tansania oder Sambia vermutlich als eine der Landesbesten durchgehen würde. Kasane liegt direkt am berühmten Chobe Nationalpark, einem der größten Schutzgebiete im südlichen Afrika, das vier landschaftlich sehr unterschiedliche Gebiete umfasst, die wir alle besuchen wollen. Kasane ist für uns der Ausgangsort, um die sogenannte Chobe Riverfront zu erkunden, die Büffel, Elefanten, Antilopen und verschiedene Affenarten anzieht, darunter nicht nur Paviane, wie oben auf dem Bild zu sehen, sondern auch eine ganz besondere Spezies – Homo sapiens.

Zahlreiche Vertreter dieser Art finden wir zur Genüge während einer Bootssafari auf dem Chobe. Insgesamt 40 Individuen quetschen sich auf den Dampfer, darunter 5 wassertoffblondierte Girlies (die eher nach Disco als nach Safari aussehen), ein Kegelklub aus dem Badischen (bevorzugtes Outfit: Trekkingsandalen, Tennissocken, Sonnenbrille, Kaugummi), ein sehr redseliger Rentner aus Berlin-Mitte (bewaffnet mit einer nagelneuen Videokamera) und wir (saeht der Jeck!).
Als wir ablegen beginnt unser Kameramann mit dem Dreh seines „Homevideos“: „Wir befinden uns auf dem „Tschobe Riva“ und nähern uns einer Büffelherde!“ Aha! Währenddessen prostet der Kegelklub  dem ersten Krokodil mit lautem Gejohle zu und die Girlies posieren vor der Reling fürs Facebookfoto. Wir nähern uns einem Hippo, das unser Kameramann mit einem „Dit is ja ma’n dicker Brummer!“ quittiert, während ein Kegler im Netzhemd (Lena droht für den Fall des Erwerbs ähnlicher Urlaubskleidung mit Trennung!) ein Impala treffsicher als Kudu identifiziert.
Wehmütig erinnern wir uns an unsere Bootssafari in Liwonde, wo wir ein Boot für uns alleine hatten. Hier ähnelt das Ganze eher einer Kaffeefahrt auf dem Rhein und wenn die Boxen „Heydewitzka, Herr Kapitän“ spielen würden  – es würde uns nicht wundern!

Um nicht missverstanden zu werden: die Chobe Riverfront zieht unheimlich viele Tiere an und ist ein toller Fluss. Wir haben auch wirklich nichts gegen Touristen (wie könnten wir, wir sind ja selbst welche!), aber so viele müssten es dann doch nicht sein!!!
Zum Glück findet man da, wo viele Menschen sind, auch eine Menge netter Artgenossen: Keith aus Colorado, der sein Motorrad nach Kapstadt verschifft hat und jetzt „für einige Monate Richtung Norden fahren“ möchte, begleitet uns auf mehreren Pirschfahrten und selten hatten wir nettere Gesellschaft beim Abendessen als Petra, Kathrin und Sebastien aus Augsburg. Außerdem haben wir dank Heidi und Norbert aus Frankfurt endlich ein funktionierendes GPS :-)! Nochmals vielen Dank!

3 thoughts on Chobe Riverfront

  1. Habe mich köstlich amüsiert. Den hatten wir am „Horseshoe“ in Bwabwata. Leider habe ich mir die Dialoge nicht so gut gemerkt.
    BTW: unser Auto ist fast pünktlich angekommen (4 Tage Verspätung). Samstag treffe ich Norbert wieder in Windhoek und dann werden wir uns wohl zunächst Richtung KTP aufmachen.

    Gruß und viel Spaß im Moremi
    Heidi