
Lake Malawi
Takulandirani ku Malawi! Über Mchinji reisen wir nach Malawi ein und fahren über Ntchisi, eines der letzten Waldgebiete des Landes und über hügelige Pisten mit abenteuerlichen Brücken zum Malawisee. Der Lake Malawi ist ein klarer, wunderschöner See. In Makuzi plätschert er ruhig und friedlich vor sich hin. In Mikoma schlagen Meter hohe Wellen ans Ufer. Immer guckt man gen Osten, wo die Sonne morgens ein Spektakel veranstaltet, bei dem man farbenblind werden könnte.
Der See nimmt ein Drittel der Landesfläche ein und ist die Nahrungs- und Süßwasserquelle des Landes. Mondauf- und -untergang bestimmen hier den Takt. Je nach Mondphase wird morgens, abends oder nachts in kleinen Einbäumen auf den See gepaddelt und mit kleinen Netzen gefischt. Meist per Hand, selten mit Motor.
Die Malawier sind überwiegend Fischer oder Kleinbauern. Anders als in Botswana (Diamanten) oder Sambia (Kupfer) verfügt das Land über keine nennenswerten Rohstoffe. Industrie gibt es in Malawi so gut wie keine und außer ein paar Säcken Kaffee und Tabak wird kaum etwas exportiert, so dass ein schweres Handelsdefizit besteht. Die Wirtschaft steht vor dem Kollaps, Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag und der Hunger nach Devisen ist riesig. Das macht das Leben teuer und lässt den Schwarzmarkt florieren. Die Inflation beträgt im abgelaufenen Jahr knapp dreißig Prozent. Benzin kostet umgerechnet drei Euro. Wenn es denn welches gibt. Straßen sind oftmals keine mehr und Supermärkte oder Groceries können sich kaum halten, da die Menschen Importprodukte nicht bezahlen können. Während das Bevölkerungswachstum explodiert, ist die Versorgungslage bescheiden. Gelebt wird von dem, was der See hergibt oder gerade auf dem Feld wächst. Aktuell Kohl, Tomaten, Zwiebeln und Kapenta, eine kleine Heringsart, die überall zum Trocknen ausliegt.
Die Krisen und den ständigen Mangel ertragen die Menschen mit einer Mischung aus Fatalismus, guter Laune und Gleichmut, von der wir manchmal nicht wissen, ob wir sie bewundern oder den Kopf schütteln sollen. „We are peaceful people.“ ist ein gängiger Satz, den wir oft zu hören bekommen. Revolution und Aggression gehören nicht zur DNA der Bevölkerung. Die Lebensfreude, Neugier und Offenheit der Menschen sind bewegend und machen das Reisen in Malawi bei aller Einfachheit zu einem Erlebnis mit Begegnungen, die nachhaltig ein breites Grinsen auf unseren Gesichtern hinterlassen.
Wir fahren Stück für Stück entlang des Sees gen Norden. Der Landy braucht nach Sambias und Malawis Straßen neue Stoßdämpfer und die sind in Malawi nicht zu bekommen. Über Bandawe, Chilumba und Karonga geht es deshalb Richtung tansanische Grenze. Tsalani bwino Malawi!
Eine aktualisierte Malawigalerie findet Ihr hier.












