Shut Down Day in Harare – Fotos online!

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Auf den ersten Blick hat sich die Lage in Simbabwe im Vergleich zu unserem letzten Besuch im Oktober 2011 entspannt: es gibt überall Benzin oder Diesel und auch die Supermärkte sind gut bestückt. Allerdings steigt die Unzufriedenheit mit dem Mugabe-Regime merklich und wir passieren einige Großdemonstrationen, in denen lauthals gegen die angekündigte nächste Kandidatur des inzwischen 92-jährigen Präsidenten protestiert wird. In Harare erleben wir den über soziale Netzwerke  ins Leben gerufenen Shut Down Day, bei dem Aktivisten (namentlich ein evangelischer Pastor) zum Generalstreik aufrufen und wirklich ausnahmslos jedes Geschäft und jede Behörde geschlossen bleibt. Kritisiert werden vor allem die Korruption des Mugabe-Regimes und die Verträge mit chinesischen Firmen, die hochdotierte Verträge zum Abbau von Rohstoffen mit der Regierung geschlossen haben, ohne dabei Fragen zu Menschenrechten zu stellen. Das Geld der Verträge landet angeblich in den Privatschatullen der regierenden Politiker und die Bevölkerung profitiert davon in keiner Weise, weil alle Arbeitsgeräte und Arbeitskräfte aus China rangekarrt werden und die lokale Bevölkerung nicht beschäftigt wird.

Das Land verfügt zudem über zu wenig Bargeldreserven, da einfach nicht genügend US-Dollarnoten im Umlauf sind (Simbabwe hat 2010 den US-Dollar nach einer Hyperinflation als Zahlungsmittel eingeführt). Mit der Ankündigung sogenannte „Bond Notes“ (Geldscheine, die dem US-Dollar entsprechen sollen, aber natürlich außerhalb Simbabwes wertlos sind) zu drucken, hat Mugabes Regime diesen Engpass nur noch verstärkt, weil ein Run auf die Geldautomaten des Landes eingesetzt hat, um sich die letzten wertvolleren US-Dollarreserven zu sichern.

Aus touristischer Sicht halten wir es trotzdem nach wie vor für unbedenklich nach bzw. durch Simbabwe zu reisen. Die Stimmung richtet sich (noch) nicht gegen Reisende und uns begegnet man stets ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Auch die vielen Berichte aus Foren über korrupte Polizeibeamte können wir nicht bestätigen. Wir werden überall freundlich durchgewunken und höchstens aus Neugierde angehalten, wobei unser deutsches Nummernschild möglicherweise hilfreicher ist als ein in Südafrika registriertes Mietfahrzeug.

Wir verlassen Simbabwe über den Grenzübergang in Chirundu, parken den Landy an der sambisch-simbabwischen Grenze und fliegen via Dubai nach Hause. Bis Weihnachten steht er bei Foley’s in Livingstone. Dann wollen wir in die Kalahari nach Botswana. Von uns aus könnte es schon morgen wieder losgehen!

Eine aktualisierte Simbabwe-Fotogalerie findet Ihr unter Fotos.

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