Tshukudu – Fotos und Video online!

Written by Tobi. Posted in Alle, DR Kongo

Auf dem Weg nach Kibati begegnen wir Maurice mit seinem Tshukudu, beladen mit einem Sack Holzkohle. Maurice weiss nicht, wo Deutschland liegt. Er kann sich auch nicht vorstellen, dass es in unserer Heimat keine Tshukudus gibt (im restlichen Afrika gibt es übrigens auch keine) und findet es etwas suspekt, dass die merkwürdigen Wazungus ein Foto von seinem Gefährt machen wollen. Als stolzer Tshukudufahrer steht er aber trotzdem gerne Modell.

Das Tshukudu ist im Osten des Kongo Kult (In Goma gibt es sogar ein Tshukudu-Denkmal) und es fungiert als Personentaxi und LKW. Wenn einem ein mit 6 Personen oder mit ganzen Möbelstücken beladenes Tshukudu am steilen Hang entgegenkommt, ist Vorsicht geboten. Denn: die Dinger haben keine Bremse! Tshukudus sind überdimensionale Holzroller, die sich zu Zeiten des Bürgerkrieges etabliert haben, als es weder Sprit noch Ersatzteile fuer Fahrräder gab. Heute begegnet man in der Kivuprovinz etlichen dieser „krisensicheren“ Holzroller, die nur mit etwas Gummi zusammengehalten werden. Holz und Gummi gibt es im Kongo nämlich immer.

Die Demokratische Republik Kongo hat eine jahrzehntelange Bürgerkriegsgeschichte und selbst heute gibt es noch etliche ethnische Rebellengruppen, die sich bekämpfen. Es gibt Mayi Mayi, Tutsis, Interahamwe und Banyamulenge (um nur ein paar zu nennen) und es ist völlig undurchsichtig, wer eigentlich gegen wen kämpft. Nicht wenige behaupten aber, dass es nicht (mehr) um ethnische Spannungen geht, sondern viel mehr um die Ausbeutung von Bodenschätzen. Der Kongo zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt. Neben Erdöl gibt es Diamanten, Gold, Kupfer und vor allem das zur Handyherstellung notwendige Coltan. Derjenige, der ein Gebiet kontrolliert, hat sozusagen die Konzession zum unüberwachten Abbau der Rohstoffe…

Wir fühlen uns in der Südkivuprovinz trotzdem sicher und können somit die Reiseberichte aus dem Internet und von anderen Reisebekanntschaften bestätigen. Es ist für uns zwar auch eine neue Erfahrung, an Strassensperren von UN-Blauhelmsoldaten vorbeizufahren. Aber allem Anschein nach trägt ihre Präsenz zu einer Stabilisierung der Kivuprovinz bei. Unser Aufenthalt im Kongo war ein grosses Highlight unserer Reise und macht uns richtig neugierig auf den Rest des Landes, der aber im Moment nach wie vor fuer Reisende absolut tabu ist. Wenn es die Sicherheitslage irgendwann zulassen sollte, fahren wir gerne weiter ins Landesinnere der „grünen Hölle Afrikas“.

Kongofotos findet Ihr hier.

Ein nachtraeglich eingestelltes Video zum Gorillatrekking gibt es unter:

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Kommentare (6)

  • Nisa & Ulli Maier

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    Hallo,
    ihr habt eine ganz tolle website, es kommen erinnerungen auf beim bilder anschauen und lesen, ich war einige male in afrika per auto unterwegs , jedoch vor 20-30 jahren. beim ansehen solcher webseiten reift in mir die idee ,das ganze nochmal zu machen, werde jetztmal jeden eurer artikel lesen, und dann überlegen wie und wo ich es angehe.
    liebe grüsse aus wien
    ulli & nisa

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  • vladimir

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    Na, wie ist es wieder in Europa /Köln zu sein?
    Ich wünsche dir jetzt schon ein guten Start in das Schuljahr 2012/13!
    Viele Grüße, Vlado

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    • Tobi

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      Wie es hier ist??? KALT! Lieben Gruß nach GK und bis hoffentlich bald mal!!

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  • RF

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    Lena, lass Tobi nicht mit dem Tschukudingsbums fahren, krisensicher hin oder her, ok?!…hab mich wahnsinnig gefreut heute!! Bis ganz ganz bald!!

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    • Tobi

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      Wieso nicht? Ich kann alles am Steuer :-)!

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