Nampula
Wir beschleunigen unser Tempo auf dem Weg nach Nordmosambik, um der Regenzeit zu entkommen. In Sambia und vor allem in Malawi regnet es wie aus Kuebeln und die Scheibenwischanlage des Landys, deren Elektronik noch aus den 60ern stammt, geraet schwer an ihre Grenzen. Da Mosambik bis 1975 portugiesische Kolonie war, ist portugiesisch immer noch Landessprache, was uns vor einige Schwierigkeiten stellt. Portugiesisch sprechen wir eher mal gar nicht, also probieren wir es mit ein paar Brocken spanisch. Lenas Spanischkenntnisse beschraenken sich jedoch auf ihre Schuhgroesse (treintaynueve) und Tobi versucht ein „sch“ oder „ao“ an seine wenigen Spanischvokabeln zu haengen, was auch nur bedingt zum Erfolg fuehrt. Ein Visum erhalten wir in Mandimba aber trotzdem.
Die Strecke von der malawischen Grenze bis nach Nampula ist definitiv die schlechteste, die wir in den letzten 6 Monaten gefahren sind (Durchschnittsgeschwindigkeit von 15km/h), allerdings auch eine der schoensten. Ueberall ragen riesige Kegelberge aus der roten Erde und alles ist supergruen. Da die portugiesischen Kolonialherren das Land nach der Unaghaengigkeit fast ausnahmslos verlassen haben, ist man kaum an weisse Gesichter gewoehnt, so dass wir fuer die mosambikanische Jugend eine grosse Attraktion darstellen. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich: entweder man laeuft aus Angst vor dem „boesen weißen Mann“ panisch weg oder man schmeisst sich ordentlich in Pose (siehe Foto)!
Allerspaetestens hier sind wir wieder im oestlichen Afrika angekommen, was das Reisen um einiges beschwerlicher macht: wir brauchen wieder eine Malariaprophylaxe, der Strom faellt mit schoener Regelmaessigkeit aus, die Strassen sind in desolatem Zustand und alles dauert ewig. Aber das Ganze hat auch einen unglaublichen Charme! Die Menschen sind wahnsinnig nett und liebenswert, alles ist ein wenig urspruenglicher. Und wahrscheinlich moegen wir das Reisen in Ostafrika auch wegen seiner vermeintlichen Unzulaenglichkeiten so sehr.

6 Kommentare
alfred und sigrid, aus Baesweiler - 15. Februar 2012 um 20:32
Ola´ ihr zwei glücklichen Abenteurer, bom dia´! Como esta´s?
Eure Betrachtungen über das östliche Afrika ergänzen wir mit heimischen Details:
Auch hier im Rheinland hat nach der langen und strengen Frostperiode mittlerweile der
Regen eingesetzt. Der Strom fällt nocht nicht mit schöner Regelmäßigkeit aus, könnte aber auch bald so sein (Atomausstieg) und ob die Straßen wieder in einem so desolaten Zustand sein werden wie im letzten Jahr, läßt sich erst nach Ende dieses Winters sagen.
Fest steht aber: Viele Menschen werden ab morgen auch so wahnsinnig nett und lieb sein, vielleicht auch ein wenig ursprünglicher. Warum?: Ab morgen, Fettdonnerstag, beginnt ja wieder die hohe Zeit des rheinischen Karnevals, vor allem in Köln und Umgebung.
In diesem Sinne, Alaaf und Helau, oder wie die Portugiesen sagen: Ate´ a pro´xima!
Sigrid und Fred
Tobi - 14. März 2012 um 05:29
Helau??? Das muss portugiesisch sein :-) !!!
Pia Diehl - 15. Februar 2012 um 11:31
Hallo Ihr Zwei,
kann mich dem oberen Kommentar nur anschließen. Es ist toll die ganzen Berichte zu lesen.
Wünsche Euch noch viel Spass, ich flüchte jetzt erstmal vorm Karneval…. ;-)
Bis bald
Pia
Nobby - 13. Februar 2012 um 20:29
Hallo Lena, hallo Tobi,
eure Berichte sind sensationell. Es ist so etwas besonderes was Ihr da erleben könnt! Ich hoffe Ihr seht es mittlerweile nicht als “normal” an und genießt jede Minute. Wünsche Euch weiterhin viel Spaß und tolle Bilder. Grüsse aus Engelskirchen!
Lena - 4. März 2012 um 18:11
Normal… was ist schon Normal…hier in Afrika bestimmt nix :-) Vielen Dank!
Marina - 13. Februar 2012 um 18:44
Dem Schlussverkauf (Rebajas) in Benidorm sei Dank;-)…